Korneuburger Stadtbücher

Eine erstrangige Quelle, um mehr über soziale Strukturen, wirtschaftliche Grundlagen, religiöse Handlungsmuster und regionale wie überregionale Netzwerke einer spätmittelalterlichen Stadt zu erfahren, sind die Korneuburger Testamentbücher des 15. Jahrhunderts. Das heute eher beschauliche niederösterreichische Korneuburg war im Spätmittelalter ein wichtiges Handelszentrum. Die für den spätmittelalterlichen Zeitraum charakteristische Verbindung von Kleinstadt, Donauhandelszentrum und landesfürstlicher Festung macht Korneuburg zu einem für die österreichische Städtelandschaft des Spätmittelalters repräsentativen Forschungsfeld. Die Bücher umfassen über 500 Bürgertestamente und sind damit nach Wien einer der größten spätmittelalterlichen Bestände letztwilliger Verfügungen im ostösterreichischen Raum. Dazu kommt, dass im Gegensatz zu den Stadtbüchern anderer österreichischer Städte dieser Zeit die Korneuburger Testamentbücher vollständig erhalten sind.

Publikationen:
Kornelia Holzner-Tobisch, Investitionen für die Ewigkeit. Die Seelenheilstiftungen in den letztwilligen Verfügungen der Stadt Korneuburg im 15. Jahrhundert (Medium Aevum Quotidianum, Erg.-Bd. 19), Krems 2007.


Kornelia Holzner-Tobisch, Das älteste Korneuburger Stadtbuch: "Geschafftpuech" (1401-1444). Diss. Wien 2011.


Kornelia Holzner-Tobisch, Das älteste Korneuburger Stadtbuch: "Geschafftpuech" (1401-1444) (Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde 57), St. Pölten 2014.


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Projektbearbeitung: Kornelia Holzner-Tobisch
Projektende am IMAREAL: 2012