Der domestizierte Raum in Mittelalter und früher Neuzeit: Raumstruktur - Raumkonstitution - Raumkonstruktion
Ziel dieser 2006 ins Leben gerufenen Forschungsperspektive ist die Untersuchung des für Wohn- und Wirtschaftszwecke genutzten, „domestizierten“ Raums.
Das Phänomen „Raum“ zählt neben „Zeit“ zu jenen Phänomenen, die, obgleich nicht fassbar, von menschlichen Gesellschaften und Kulturen durch Ordnungssysteme zu beherrschen versucht wurde. Diese Aneignungsprozesse können im Analogieschluss zu Mensch-Natur-Beziehungen als „Domestikation“, dem Versuch der Zähmung, angesehen werden. Das Stammwort domus verweist dabei auf die kulturellen Begriffe des „Hauses“ und des „Haushalts“ als zentrale kulturelle Ordnungskriterien. Entsprechend dem Anspruch des IMAREAL, „Materialität“ in kulturwissenschaftliche Forschungen stärker zu berücksichtigen, werden Konzepte zur Erforschung in Interpretationen des durch menschliche Interaktion konstruierten „sozialen Raumes“ mit jenen des physischen Raumes verbunden und auf ihre Potenziale hin erforscht.

