Die Niederösterreichische Burgendatenbank

Burg Rauheneck bei Baden, Plan erstellt von Gerhard Reichhalter und Patrick Schicht
Screenshot vom ‚Niederösterreich ATLAS‘, lokalisierbare Adelssitze in Niederösterreich
Schloss Rosenburg, Luftbild (1999) Urheberin: Dr. Gabriele Scharrer-Liška
Burg Aggstein, Gesamtansicht von Nordosten (2006) Urheber: Mag. Dr. Thomas Kühtreiber

Die Niederösterreichische Burgendatenbank ist ein Quellenerschließungsprojekt, das aus dem ehemaligen IMAREAL-Forschungsschwerpunkt "Der domestizierte Raum" hervorging und weiterhin am IMAREAL gewartet und gepflegt wird.

Das Forschungsprojekt hat die Erfassung aller mittelalterlichen Adelssitze auf dem Gebiet des heutigen Niederösterreichs zum Ziel. Als Belege für mittelalterliche Adelssitze werden historisch verortbare Nennungen von Adeligen, bauliche und archäologische Relikte für den Zeitraum zwischen 1000 und 1550 berücksichtigt, sodass neuzeitliche Schlossbauten ohne mittelalterlichen Vorgängerbau, Wehrkirchen und Ortsbefestigungen ohne baulichen Zusammenhang mit Burgen keine Berücksichtigung finden. Dabei werden auf Datenbankbasis Informationen zur Besitz-, Herrschafts- und Baugeschichte gesammelt und kritisch bewertet. Durch Begehungen vor Ort wird der heutige Baubestand bauhistorisch analysiert und Angaben hinsichtlich Erhaltung, Zugänglichkeit und Lage überprüft. Die Datenbank enthält weiters Daten zur geographischen und verwaltungsmäßigen Zuordnung, zur touristischen Nutzung und eine Bibliographie. Erstmals ist damit im Gesamten wie auch für einzelne Regionen der Wissensstand zu Anzahl, Alter, Besitz-, Baugeschichte sowie Erhaltung der erfassten Objekte schnell abrufbar, was für die landeskundliche Forschung, die Denkmalpflege bis hin zu lokalen Burgenerhaltungsvereinen von großem Nutzen ist.
Durchführbar ist dieses Projekt nur als Netzwerkunternehmen unter Einbeziehung von Fachkolleg_innen aus den Disziplinen Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte, Architektur und Bauforschung. Als Kooperationspartner konnten das Luftbildarchiv am Institut für Ur- und Frühgeschichte und das Vienna Institute for Archaeological Science der Universität Wien sowie die Wiener Stadtarchäologie gewonnen werden.
Das Projekt wurde bislang von der Abteilung Kultur und Wissenschaft des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung, dem Verein für Landeskunde von Niederösterreich sowie dem Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank finanziell getragen.
Die nach den Vierteln des Landes gegliederte Reihe ist auf fünf Bände konzipiert. Bislang wurden die Arbeiten für das Waldviertel, das Weinviertel sowie des Mostviertel (Bezirke Amstetten, Melk) abgeschlossen und in drei Monographien publiziert.

Mehr zu den Burgenbüchern

Der Abschluss der Redaktionsarbeiten für "Burgen Thermenregion-Schneebergland-Bucklige Welt" ist für 2017 geplant, im Anschluss soll der letzte Teilband "Burgen Wienerwald-Zentralraum" abgeschlossen werden. Darüber hinaus ist in Zusammenarbeit mit dem Digitalen Niederösterreich-Atlas (Menü „Kartencenter“, Submenü „Burgen und Schlösser“) eine Internetversion der Datenbank in Vorbereitung.
Gemeinsam mit der ebenfalls am Institut für Realienkunde angesiedelten Rechtsaltertümerdatenbank könnte die Niederösterreichische Burgendatenbank die Basis für einen digitalen Kulturgüterkataster des Landes Niederösterreichs bilden.
Projektkoordinator: Thomas Kühtreiber

Link zur Datenbank http://www.imareal.sbg.ac.at/noe-burgen-online/