Leitbild

Am Institut für Realienkunde des Mittelalters erforschen wir ausgehend von der materiellen Kultur die Vielfalt menschlicher Lebensgestaltung.
Materielle Kultur ist ein wichtiges Medium gesellschaftlicher Kommunikation. Im Sinne der Kulturforschung verstehen wir unter Realien sowohl Dinge wie Ideen, deren Kontext – etwa in Form von Handlungen, Vorstellungen und Bewertungen – Lebenswirklichkeiten konstituiert.
Das Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit wurde 1969 als Forschungseinrichtung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gegründet; seit 2012 gehört es zum Interdisziplinären Zentrum für Mittelalter und Frühe Neuzeit der Universität Salzburg.
Das Spektrum „realienkundlich“ relevanter Überlieferung ist vielfältig. Sachzeugnisse werden nicht nur hinsichtlich ihres Objektcharakters, sondern auch als Akteure – Bilder und Texte nicht nur aufgrund ihrer vermittelten Inhalte, sondern auch als Objekte einbezogen. Der vielschichtige kulturelle Kontext, in dem Realien stehen, und die Vielfalt der überlieferten Spuren erfordern die komparative, quellen- und fächerübergreifende Analyse sowie den Diskurs von Fachdisziplinen. Realienkunde arbeitet deshalb als eine integrative historische Teildisziplin mit explizit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung interdisziplinär.
Arbeitsziel des IMAREAL ist kulturwissenschaftliche Theoriebildung in enger Verschränkung mit objektnaher Erprobung, gebündelt in gemeinsamen Forschungsperspektiven: „Object Links“ untersucht Arten, Eigenschaften und Wirkungen von Objekt-Objekt-Beziehungen („Ensembles“) und Person-Objekt-Beziehungen („Szenarien“) hinsichtlich der Konstitution von materieller Kultur Mit der Forschungsperspektive Materialities wird das Augenmerk auf die Materialien gelegt, deren Eigenschaften im Spannungsfeld zwischen sinnlich vermitteltem Erfahrungswissen und diskursiviertem Gelehrtenwissen akkulturiert werden.
In enger Verbindung mit diesen Forschungsperspektiven erschließt das IMAREAL vielfältige Überlieferungsformen als realienkundliche Ressourcen in Datenbanken und analysiert sie unter Anwendung von aktuellen Methoden und Tools der digitalen geisteswissenschaftlichen Forschungspraxis.
Die Ressourcen des Instituts stehen der Forschung sowie der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.