Register zu den "Wiener Stadtbüchern" (1395-1430)


Die Wiener Stadtbücher 1395-1430, Teil 1-3: 1395-1412, hg. von Wilhelm Brauneder (Teil 1-2), Gerhard Jaritz und Christian Neschwara (Teil 2-3) (Fontes Rerum Austriacarum III/10/1-3) Wien-Köln: Böhlau Verlag 1998-2004.


Im Archiv der Stadt und des Landes Wien liegen unter der Handschriftensignatur A 285/1-3 drei Foliobände in Leder, die üblicherweise als "Wiener Testamentsbücher" bezeichnet werden. Die Quelle nennt sich selbst "Stadtbuch" und ist ihrem Charakter nach tatsächlich den Stadtbüchern zuzuordnen. Die Bezeichnung "Testamentsbuch ist nicht nur unzeitgenössisch, sondern aus zwei Gründen irrig: Erstens enthält die Quelle keineswegs nur letztwillige Verfügungen, zweitens sind diese keine Testamente, sondern letztwillige Verfügungen anderer Art, sogenannte "Geschäfte". Neben jenen enthalten die Stadtbücher weitere Eintragungen. Sie sind zum einen privatrechtlicher Natur; die meisten betreffen wie auch die Geschäfte das Erbrecht (Erbteilungen, Verwandtschaftsweisungen) oder Probleme der Nachlassverteilung (Feststellungen echter Not in bezug auf nachgelassene Schulden, Gütergemeinschaftsabreden). Andere Eintragungen haben öffentlichrechtlichen Charakter wie etwa die Ratslisten, Ratsweisungen und Handwerksordnungen.
Die "Wiener Stadtbücher" stellen eine Rechtsquelle ersten Ranges dar, sind aber nicht nur für die Rechtsgeschichte von Bedeutung, sondern ebenso - um nur einige Wissenschaftszweige zu nennen - für die Kultur-, die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Mit ihrer Bedeutung als Stadtbuch einer der größten Städte Mitteleuropas sprengt die Quelle den lokalen Rahmen.
Die Volledition derselben wurde im Jahre 1989 begonnen und ist nun im Jahre 2004 auf drei Bände angewachsen, welche die Jahre 1395 bis 1412 umfassen. Der Zugang zum edierten Material ist bis dato noch immer etwas schwierig, als umfassende Register erst nach dem Abschluss der Edition vorliegen werden, der wohl erst in etwa 15 bis 20 Jahren verwirklicht sein wird. Die nun vorliegenden Bände enthalten bloß ein rechtshistorisches Glossar und ein kurzregestenartiges Verzeichnis der Eintragungen.
Um dieses Problem zu vermindern und als Vorbereitung für die Gesamtregister nach Abschluss der Edition werden am Internet einige Register angeboten, welche die Benutzung der vorliegenden Bände erleichtern sollen. Dieselben sind als "work in progress" zu verstehen und repräsentieren den jeweiligen Stand ihrer Anlage. "Updates" erfolgen alle drei Monate. Die Verweise in den Registern beziehen sich jeweils auf die vergebenen Nummern des Einträge in der Edition (Band 1 enthält Nr. 1 bis 624, Band 2 Nr. 625 bis 1239 und Band 3 Nr. 1240 bis 1866).

Folgende Register werden angeboten:

1. ein kurzregestenartiges Verzeichnis der Eintragungen. Dasselbe beinhaltet das Gesamtverzeichnis aller oben genannten, in den Einzelbänden enthaltenen Verzeichnisse;

2. ein Personenregister;

3. ein Ortsregister;

4. ein Rechsthistorisches Sachregister;

5. ein Realienkundliches Sachregister.

Außerdem wird ein Rechtshistorisches Glossar angeboten, welches die in den einzelnen Bänden der Edition aufgenommenen Glossare vereinigt.

Christian Neschwara zeichnet für das Verzeichnis der Eintragungen, das Ortsregister, das Rechtshistorische Sachregister und das Rechtshistorische Glossar verantwortlich.
Die Anlage des Personenregisters und des Realienkundlichen Sachregisters erfolgt durch Gerhard Jaritz.

 

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