Wissenschaft entsteht nie im Alleingang – sie wächst aus Gesprächen, Kooperationen und der Bereitschaft, Wissen zu teilen. Wenn wir auf die vergangenen Monate zurückblicken, zeigt sich ein Jahr voller konstruktiver Begegnungen, intensiver Arbeit und fruchtbarer Impulse.
- Im Rahmen unserer Forschungsperspektive Sensing Materiality and Virtuality konnten wir Konzepte des Virtuellen diskutieren. Im interdisziplinären Austausch wurde deutlich, dass die Einbeziehung verschiedener Virtualitätsebenen in vormodernen Kulturen einen wesentlichen Erkenntnisgewinn für die Beschreibung und Analyse kultureller Settings bietet.
- Am Beginn des zweiten Jahres des FWF-finanzierten Forschungsprojekts Salvation Economics and Media „SALVEMED“ wurde im internationalen und interdisziplinären Workshopformat die Tragfähigkeit der „verdichteten“ Medialität als Analysekategorie für Medienverbünde von Gnadenstätten diskutiert.
- Unser Vortragsformat Materielle Welten. Der virtuelle Salon am IMAREAL wurde 2025 weiter fortgesetzt.
- Die aktuelle Ausgabe unseres Online Journals MEMO #12 ist dem Thema Holy Dust. Staub als Material religiöser Praktiken gewidmet. Zudem erhielt der Web-Auftritt ein neues, klar strukturiertes Design, das die Projekte übersichtlich präsentiert und den Zugang zu Inhalten verbessert.
- In unserer Buchreihe Formate – Forschungen zur materiellen Kultur konnten wir heuer einen neuen Band präsentieren: Mit Gates to Paradise. Metal doors for 11th-12th Century fand das gleichnamige Projekt seinen Abschluss; die digitalen Bilddaten werden am IMAREAL gehostet.
Die bevorstehende Weihnachtszeit bietet uns die Gelegenheit, innezuhalten und all denen zu danken, die mit ihren Beiträgen den Fortschritt unserer Projekte ermöglicht haben.
Sie bilden aber auch das Fundament für kommende Fragen und neue Perspektiven. So freuen wir uns über zwei Drittmittelprojekte, die uns in den kommenden Jahren begleiten werden:
- Am Beispiel spätmittelalterlicher Visionsliteratur wird im FWF-Projekt Virtualizing Hell das Verhältnis von Virtualität und Materialität untersucht. Das Projekt steht im Kontext der Forschungsperspektive Sensing Materiality and Virtuality, die in den vergangenen drei Jahren entlang der sinnlichen Wahrnehmungspotentiale von Fühlen, Sehen und Hören nachgegangen wurde.
- Im von der FGG Niederösterreich geförderten Dissertationsprojekt Kleidung und Textilien als soziale Marker in religiösen Gemeinschaften des frühen 16. Jahrhunderts werden spätmittelalterliche Rechnungsbücher ausgewählter Klöster mit Hilfe des am IMAREAL entwickelten digitalen Erschließungstools ITEM/accounts ausgewertet und danach gefragt, welche Rolle Textilien und Kleidung für die Ausstattungskultur im monastischen Umfeld spielt.
- Mit der öffentlichen Tagung When Materials meet. Intermaterialität in Mittelalter und Früher Neuzeit (2.–4. März 2026) starten wir die Forschungsperspektive „Intermaterialität“, mit der wir kulturell relevante Bezüge zwischen Werkstoffen und Substanzen auf breiter disziplinärer Basis diskutieren wollen. Das Programm zur Tagung finden Sie hier.
So wünschen wir allen eine gute und erholsame Weihnachtszeit und freuen uns auf neue und fruchtbare Begegnungen im neuen Jahr!


