Wo Material als potenter Akteur verstanden wird, das – wie u.a. im Neuen Materialismus und vergleichbaren Strömungen in der Philosophie und Kulturwissenschaften – nicht länger „stumme Verfügungsmasse und einfaches Objekt menschlichen Zugriffs“ (Hoppe/Lemke 2015, 262) ist, steht auch die Frage an, wie Materialien zusammenwirken oder sich gegen andere abgrenzen. Denn selten treten Materialien als einzelne Entitäten auf. Sie stehen sowohl als Natur- wie auch als Kunststoffe im Verbund mit anderen, Artefakte werden oftmals aus mehreren Materialien gefertigt und in sozialen Bewertungen und Semiosen werden Materialien zueinander in Beziehung gebracht. Der Begriff „Intermaterialität“, wird als Rahmenkonzept dieser vielfältigen Materialbeziehungen verstanden, und es sind genau diese Beziehungen und ihre Qualifizierung, die uns interessieren.
Aus der Perspektive der unterschiedlichen Materialien möchten wir auf Objekte, Dinge, aber auch auf Konzepte wie Intermedialität und Materialität schauen, um den Anteil, Wirkweisen und Bedeutung der Materialien sichtbar zu machen. Die Forschungsperspektive ist damit im Bereich von methodischen und theoretischen Bestrebungen zu verorten, die einen materials turn für die Geistes- und Kulturwissenschaften einfordern (Munteán/Plate 2023, 20).
Mit dem Fokus auf Intermaterialität möchten wir bestehende Netzwerke vertiefen, neue Partnerschaften initiieren und gemeinsam Projektideen entwickeln.
Hoppe, Katharina und Thomas Lemke, Die Macht der Materie: Grundlagen und Grenzen des agentiellen Realismus von Karen Barad. In: Soziale Welt 2015 (66/3), 261–279
Munteán, László und Liedeke Plate, Introduction: Materials Matter. In: Materials of Culture: Approaches to Materials in Cultural Studies, hg. von Liedeke Plate, László Munteán und Airin Farahmand, Bielefeld 2023, 13–34. https://doi.org/10.1515/9783839466971-002
Foto: Heike Schlie
