Das neue Themenheft (2025/1) der Zeitschrift des Mediävistikverbands Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung widmet sich dem Zusammenspiel von digitalen Methoden und mediävistischer Forschung – mit aktiver Beteiligung aus Krems: Zwei Beiträge im Band stammen aus Projekten, die am IMAREAL angesiedelt sind und in interdisziplinären Konstellationen erarbeitet wurden. Mitgewirkt haben Isabella Nicka, Miriam Landkammer, Peter Färberböck und Elisabeth Gruber.
Die beiden Beiträge zeigen exemplarisch, wie digitale Technologien und mediävistische Fragestellungen produktiv miteinander verbunden werden können. Sie machen deutlich, welches Potenzial in der engen Zusammenarbeit von Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Realienkunde und Informatik liegt – insbesondere im Bereich der Analyse und Strukturierung komplexer historischer Quellen.
Der Beitrag von Isabella Nicka und Miriam Landkammer (IMAREAL / Fachbereich Kunstgeschichte) in Kooperation mit Andreas Uhl, Michael Linortner und Johannes Schuiki (Fachbereich Informatik) trägt den Titel: Annotating Images. A Prerequisite for Interdisciplinary Research in Medieval Studies. Er widmet sich Fragen der Bildannotation als methodischer Grundlage für interdisziplinäre Forschung im Bereich der Mittelalterstudien.
Im zweiten Beitrag präsentieren Elisabeth Gruber und Peter Färberböck (IMAREAL / Fachbereich Geschichte) das Projekt ITEM, das sich mit der semantischen Erschließung realienkundlicher Daten aus historischen Textquellen beschäftigt: ITEM. Eine Schnittstelle realienkundlicher Daten aus historischen Textquellen. Hier steht der Umgang mit Informationen zu Objekten, die in Rechnungsbüchern und Inventaren aufgelistet sind, im Zentrum. Der Beitrag stellt das am IMAREAL entwickelte Konzept einer graphenbasierten Datenstruktur vor, die es erlaubt, komplexe Beziehungsgeflechte zwischen Objekten, Handlungen, Personen und Räumen differenziert darzustellen.
Beide Beiträge zeigen, wie mediävistische Forschung von digitalen Infrastrukturen profitieren kann – vorausgesetzt, diese werden forschungsnah entwickelt und interdisziplinär getragen.
Das gesamte Themenheft 2025/1 steht open access zum Download bereit und versammelt eine Vielzahl spannender Beiträge zu digitalen Methoden in der Mediävistik:
https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/mial/issue/view/2461.
Luise Borek, Karoline Döring, Nora Ketschik und Katharina Zeppezauer-Wachauer haben diesen Band initiiert und herausgegeben:
https://dhsalzburg.hypotheses.org/5248.


