Von Hexen und Hexern, Prinzessinnen und Prinzen.
Die Vormoderne in der populären Geschichtskultur
Ringvorlesung des IZMF im Wintersemester 2025/2026
Hexen und Mönche, Ritter und Prinzessinnen; Kriege, Burgen und Entdeckungsreisen. Bilder der sogenannten Vormoderne sind fester Bestandteil unserer Geschichtskultur und finden sich auf vielfältige Weise in Filmen, Serien, (digitalen) Spielen und Museen wieder. In Sozialen Medien gehen Medieval Memes ebenso viral wie TikTok Videos unter dem Hashtag Marie Antoinette. Oftmals vermischen sich dabei die Epochengrenzen: Die Hexenverfolgung beispielsweise ist im populären Geschichtsbild unauflöslich mit der Vorstellung vom „dunklen“ Mittelalter verknüpft, ungeachtet der Tatsache, dass es sich hierbei um ein Phänomen handelt, das überwiegend in der Frühen Neuzeit zu verorten ist. Ziel der Ringvorlesung ist es, Geschichtsbilder von Mittelalter und Früher Neuzeit gemeinsam zu betrachten: Wie unterscheiden sich die Bilder vom „gefräßigen“ Mittelalter (Hans Rudolf Velten) und der scheinbar unsichtbaren Frühen Neuzeit? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Welche spezifischen oder gemeinsamen Herausforderungen stellen sich für Wissenschaftler*innen, die ihre Forschungen an ein breites Publikum vermitteln wollen? Mit welchen vorgefertigten Bildern müssen sie sich auseinandersetzen? Wo fehlen derartige Bilder? Im Rahmen der Ringvorlesung präsentieren ferner auch Studierende des Seminars „Die Frühe Neuzeit als Epoche in Public History und Wissenschaftskommunikation“ (WiSe 2024/2025) ihre Projekte.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Programm
06. Oktober Lena Oetzel (FB Geschichte): Von Hexen und Hexern, Prinzessinnen und Prinzen. Die Vormoderne in der populären Geschichtskultur. Einführung
13. Oktober Romana Sammern (FB Kunst-, Musik und Tanzwissenschaften): „Die schöne Welserin“. Philippine Welser zwischen Idealisierung und Vereinnahmung – Bildpolitiken vom 19. Jahrhundert bis zum Nationalsozialismus
20. Oktober Alan Lena van Beek (FB Germanistik / MHDBDB): Mittelalterrezeption in David Lowerys The Green Knight (2021) | Fiona Kimmel (FB Geschichte): Sid Meier’s Civilization. Era Classification in Video Games. From Medieval to Modern
27. Oktober Matthias Däumer (FB Germanistik / IMAREAL): Ein Olifantenstoß des hoffnungsvollen Scheiterns. Die verschachtelten Mittelalterbilder in Frank Cassentis Chanson de Roland (1978)
03. November Ruth Isser (FB Geschichte): Isolde im Spiegel des Kinos. Liebe, Leid, Leinwand
10. November Maria Dorninger (FB Germanistik): Zwischen Historie und Fiktion. Prinzen und Prinzessinnen in historischen K-Dramen | Cassandra Burgstaller (FB Geschichte): „Stolz & Vorurteil“. Feministisches Statement oder Chick-Lit?
17. November Michael Brauer & Barbara Denicolò (FB Geschichte): Ritterschmaus und verdorbenes Fleisch. Populäre Zuschreibungen an Essen im Mittelalter
24. November Katharina Zeppezauer-Wachauer & Sigrid Neuhauser (FB Germanistik / MHDBDB | Innsbruck): Vergiftet, verspeist, verschwurbelt. Pilze in Mittelalter und Mittelalterrezeption
01. Dezember Peter Färberböck (FB Geschichte / IMAREAL): „Alright, who’s been touching my materia?“ Materialität und Magie in der Spieleserie Final Fantasy und was das mit der Vormoderne zu tun hat | Marcus Gründlinger (FB Geschichte): „Nobody Expects the Spanish Inquistion“? Geschichtsbilder frühneuzeitlicher Religiosität in der Blasphemous Spielereihe
15. Dezember Buchpräsentation
12. Januar Christoph Kühberger (FB Geschichte): Tradition, Transformation, Trivialisierung. Alt-Hawai‘i in der populären Geschichtskultur
19. Januar Lisa Brunner (Innsbruck): Hashtag Vormoderne. Soziale Medien als Bühne populärer Geschichtsbilder
26. Januar Elisabeth Natour (Mainz): Die Frühe Neuzeit ist überall. Brückenbauen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
Mehr Informationen zur Ringvorlesung finden Sie hier.

