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Vom Haus zum Hof

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  • Projektlaufzeit : 2016 - 2018
  • Projektleitung : Thomas Kühtreiber

Vom Haus zum Hof

Untersuchungen zum Wandel ländlicher Objektgesellschaften in Mittelalter und früher Neuzeit.

Das Teilprojekt zur Forschungsperspektive „Object Links“ erforscht die Ursachen und Einflussfaktoren für den Wandel ländlicher Haushalte im Donau- und Ostalpenraum vom 13. bis in das 19. Jahrhundert.



Der Hauptfokus des Projektes liegt auf der Klärung, warum sich vom Spätmittelalter bis in das 18./19. Jahrhundert aus überregional ähnlichen, relativ einfachen Hausgrundrissen im ländlichen Raum komplexe, vielräumige Mehrgebäudesysteme, die regional sehr spezifische Formen ausbildeten, entwickelten. Den Ausgangspunkt bilden archäologisch-bauhistorische Analysen am erhaltenen Baubestand ausgewählter Objekte im Untersuchungsgebiet. Darauf aufbauend werden vergleichende Studien aus verschiedenen Regionen durchgeführt, in denen Fragen nach der „Materialität“ bäuerlicher Haushaltskonzepte nachgegangen werden soll: Inwieweit lassen sich Änderungen von Wohn- und Wirtschaftspraktiken auf der Mikroebene von Raumzonen und Räumen in einzelnen Gebäuden, aber auch auf der Mesoebene ganzer Dörfer beobachten und interpretieren?

Hof "Tannbauer", Gem. Krumbach, Niederösterreich. Virtuelles 3D-Modell des Wohnhauses. Modell und Datengrundlage: Gábor Tarcsay

Dorfwüstung Wurmbach, Truppenübungsplatz Allentsteig, Niederösterreich. Digitales Modell: Thomas Kühtreiber, Datengrundlage: NÖGIS.

Darüber hinaus stehen aber auch vergleichende Studien zu unterschiedlichen sozialen Kategorien im Vordergrund, wie beispielsweise die Frage nach der Herausbildung von Wohnräumen („Stuben“) in Bauernhäusern, Burgen und städtischen Häusern. Seit 2012 finden Grabungen in der Gehöftruine „Ginglsee“, Katastralgemeinde Paudorf (Bez. Krems-Land, Niederösterreich) statt, die sich den Raumfunktionen eines neuzeitlichen Kleingehöfts in Verbindung mit denkmalpflegerischen Erhaltungsfragen von Ruinen in Lehmmörtel-Bauweise widmen. 2013 bis 2015 wurden vier ausgewählte ehemalige Dörfer auf dem Gebiet des Truppenübungsplatzes Allentsteig (Bez. Zwettl, Niederösterreich) dokumentiert und Maßnahmen für ihre Erhaltung erarbeitet. 2015 bis 2017 wurde als Musterprojekt im Kontext von musealen Haustranslozierungen ein frühneuzeitliches Bauernhaus in Krumbach (Bez. Wiener Neustadt-Land, Niederösterreich) archäologisch und bauanalytisch untersucht und für die Übertragung in das örtliche Museumsdorf vorbereitet. 2017 und 2018 wurde die Übertragung der „Rainerkeusche“, eines ländlichen Kleinstwohnbaues aus Ramingstein (Bez. Tamsweg, Salzburg), in des Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain archäologisch-bauhistorisch begleitet.

Hof "Tannbauer", Gem. Krumbach, Niederösterreich. Blick in die Rauchküche. Foto: Karin Kühtreiber (2015).

Alle Teilprojekte werden in interdisziplinären Teams in Kooperation mit dem Österreichischen Bundesdenkmalamt sowie mit örtlichen Museen (u.a. Museumsdorf Krumbach, Salzburger Freilichtmuseum) durchgeführt. Mittelfristiges Ziel ist neben der Dokumentation und der partiellen Rettung ländlichen Baubestandes die Aufbau eines Kooperationsnetzwerks, auch in Abstimmung mit der Regionalgruppe Österreich des Arbeitskreises für Hausforschung.